Sommergrill 2026 – „S’isch wieder Grill im Schützenhuus“

Therwil

Wenn im Juli die Sonne brennt wie eine übermotivierte Wärmelampe und die Würste schon beim Auspacken leise um Gnade winseln, dann weiss man: Es ist wieder Zeit für den Sommergrill im Schützenhaus beim Käppeli. Ein Anlass, der so traditionsreich ist, dass selbst die Mücken jedes Jahr pünktlich erscheinen.

Schattenplätze für die „Alte Garde“

Weil die Hitze dieses Jahr besonders bissig war, wurden die Veteranen samt Sitzbänken in den Schatten verfrachtet und dafür das Salatbüffet drinnen aufgestellt. Ein logistisches Meisterwerk, das nicht allen gefiel: „Das hän mir aber no nie so gmacht!“ Ja, genau. Und trotzdem hat’s funktioniert. Manchmal muss man Traditionen eben sanft mit einem nassen Lappen in die Realität zurückklatschen.

Die Helden des Einkaufs

Renato – unser Organisationsgenie – und Fritz, der Mann, der im CC die Regale besser kennt als das Personal, fuhren am Morgen zum Einkauf. Man sah sie später mit einem Wagen, der aussah wie die Inventarliste eines mittelgrossen Grillfestivals.

Am Nachmittag wurde die Hütte hergerichtet, zwei Gasgrills mit dem Charme von „bitte nicht berühren, könnte auseinanderfallen“ wurden aufgestellt. Die drei Damen zauberten Salate, die später als moralische Stütze dienten, falls die Würste knapp würden.

Die Frühankömmlinge – eine Naturgewalt

Offizieller Beginn: 18.00 Uhr. Erster Durst: 17.30 Uhr. Wie jedes Jahr standen die ersten Gäste schon da, schauten den Helfern beim Arbeiten zu und fragten mit dem Gesichtsausdruck eines durstigen Labradors nach Bier.
Markus, unser Mundschenk, schenkte Weisswein und Bier aus, und das Bier floss so schnell, dass man kurz überlegte, ob man nicht besser eine Pipeline legen sollte.

Die Grillmeister und das grosse Wurst Drama

Elio und Tony, unsere Grillmeister, standen am Grill wie zwei Priester am Altar. Die Würste wurden goldbraun, manche etwas dunkler – nennen wir es „therwilische Grillkunst“.
Dann die Panik: Reichen die Würste? 52 Würste für 33 Leute. Rein mathematisch ein Spaziergang. Rein veteranentechnisch ein Risiko.

Die drei Damen schöpften derweil Salat, als gäbe es eine olympische Disziplin „Schnällschöpfe für Hungrigi“.

Dessertbuffet – der zweite Angriff

Nach einer kleinen Möbel Choreografie wurde das Dessertbuffet eröffnet. Kaffee, Schnaps, Kuchen – alles, was man braucht, um die letzten Reste der Hitze wegzulächeln.
Renato hielt seine Dankesrede, die wie immer kurz, herzlich und mit einem Tonfall war, der sagt: „Ich mach das jedes Johr, aber ich mag’s trotzdem.“

Der grosse Kehraus

Kurz vor 22.00 Uhr verabschiedeten sich die ersten Männer – wie Dominosteine, die langsam aber sicher Richtung Bett kippen.

Dann begann das Aufräumen. Elio zeigte sein legendäres Helfersyndrom und putzte Küche und Geschirr so gründlich, dass man darin hätte operieren können.

Das Mobiliar musste wieder in Reih und Glied gestellt, der Boden nass aufgenommen werden, damit s’Vreni, unsere liebe Abwartin, „nüt z’beanstande het“. Sie fand trotzdem welche. Natürlich. „Es wär nit s’ Vreni wenn sie nüt finde wurd“

Schlussbilanz

32 Teilnehmer 1 Dame, 3 Helferinnen 52 Würste, 0 verbrannte Hütte, 1 zufriedener Vorstand und ganz viel Herzblut.

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